Gebäudeversicherung im Test: Top-Anbieter im Vergleich

GebäudeversicherungIn Deutschland steht seit Jahren eine Pflicht zur Wohngebäudeversicherung für Hausbesitzer zur Diskussion. Dabei sollte jedem Eigentümer längst bewusst sein, dass er auf die Versicherung nicht verzichten kann. Viel zu wichtig ist die Gebäudeversicherung, wenn beispielsweise ein Feuer das Haus stark beschädigt. Ein Test, etwa von Stiftung Warentest, hilft Hausherren bei der Wahl der passenden Absicherung. Einige Punkte gibt es jedoch zu beachten.

Gebäudeversicherung: Aktueller Vergleich der Stiftung Warentest

Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat zuletzt im Frühjahr 2016 fast 100 Angebote zur Gebäudeversicherung untersucht. Dabei wurden die verschiedenen Tarife der insgesamt 41 Versicherungsunternehmen einerseits hinsichtlich des Schutzes bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel geprüft. Andererseits muss die Wohngebäudeversicherung eine Absicherung bei Elementarschäden als zusätzlichen Baustein bieten, beispielsweise bei Hochwasser oder bei einem Erdrutsch.

Stiftung Warentest hat zudem fünf wichtige Zusatzleistungen der Gebäudeversicherung festgelegt. Auf diese sollten Hausbesitzer achten, um im Ernstfall bestens versichert zu sein. Im Test werden nur die Tarife weiterempfohlen, in denen:

  • Leistungen nicht gekürzt werden, wenn Versicherte grob fahrlässig gehandelt haben
  • Kosten für Abbruch- und Aufräumarbeiten mit bis zu 50.000 Euro übernommen werden
  • Höhere Neubaukosten durch neue Auflagen der Behörden abgedeckt sind
  • Kostenübernahme bei Dekontamination geregelt ist
  • Überspannungsschäden auch dann abgesichert sind, wenn der Blitz nicht direkt in das Haus, sondern an einer anderen Stelle wie einer Überlandleitung einschlägt

Bei der Elementarschadenversicherung, die Hausbesitzer nur in Verbindung mit einer Wohngebäudeversicherung abschließen können, achteten die Experten außerdem darauf, dass sie auch bei Überschwemmungen und Rückstau zahlt, selbst wenn Versicherte keine Rückstausicherung am Haus montiert haben.

Anhand eines 35-jährigen Musterkunden, zwei Modellhäusern – ein Neubau und eine Bestandsimmobilie – sowie den zwei Standorten Potsdam und Düsseldorf hat Stiftung Warentest 32 empfehlenswerte Tarife zur Gebäudeversicherung gefunden. Weitere sieben Angebote sind dem Vergleich zufolge eingeschränkt empfehlenswert. Von den restlichen Wohngebäudeversicherungen rät die Verbraucherorganisation ab. Alle kürzen ihre Leistungen oder zahlen überhaupt kein Geld bei grober Fahrlässigkeit. Dies kann schon dann der Fall sein, wenn Hausbesitzer kurz eine Kerze unbeaufsichtigt im Wohnzimmer brennen lassen und es zu einem Brand kommt.

Unter anderem folgende Gebäudeversicherungen werden von Stiftung Warentest für einen Neubau empfohlen und kosten an einem teuren Standort wie Düsseldorf weniger als 270 Euro pro Jahr:

AnbieterTarifJahresbeitrag
WGVOptimal233 Euro
MedienTop250 Euro
BayerischeKomfort251 Euro
MedienPremium263 Euro

Quelle: Finanztest 05/2016

Gebäudeversicherung im Test bei Focus-Money: Top-Tarife für 2017

Zusammen mit der Ratingagentur Franke und Bornberg hat Focus Money Ende 2016 einen etwas kleineren Test als die Stiftung Warentest zur Wohngebäudeversicherung durchgeführt. 53 Tarife von 36 Versicherern wurden hinsichtlich ihrer Leistungen und ihres Preises verglichen, wobei der Beitrag nur 30 Prozent der Gesamtnote ausmacht. Um eine Top-Bewertung beim Leistungsniveau zu erhalten, müssen die Versicherungen unter anderem Graffitischäden und Schäden an Photovoltaikanlagen übernehmen.

Die Versicherung WGV („Optimal“) sichert sich als einzige ein hervorragendes Ergebnis. Bei ihr liegt der jährliche Beitrag für die fünf untersuchten Städte (Hannover, München, Berlin, Köln und Hamburg) für das Musterhaus zwischen 225 Euro und 299 Euro. 15 weitere Tarife sichern Hausbesitzer sehr gut ab. Dabei bietet die Badische („Exklusiv“) die günstigste Gebäudeversicherung im Test. Hier variieren die Kosten zwischen 195 Euro bis 254 Euro. Ähnlich preiswert wie der Testsieger ist beispielsweise das Angebot von Medien („Premium“).

Tipp: Wohngebäudeversicherungen haben häufig ihren Preis. Um den Jahresbeitrag zu senken, können Hausbesitzer eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Diese sollte so gewählt sein, dass Versicherte im Ernstfall problemlos die Summe auf einen Schlag aufbringen können.

Wie fair gehen die Versicherungen mit ihren Kunden um?

Focus-Money hat in einem weiteren Test untersucht, wie es um den fairen Umgang der Versicherungsunternehmen mit ihren Kunden steht. Dazu hat das Beratungsinstitut ServiceValue im Frühjahr 2017 rund 2.800 Versicherte nach ihrer Meinung gefragt. Anhand der Antworten in den Bereichen:

  • Tarifleistung
  • Kundenberatung
  • Schadensregulierung
  • Kundenkommunikation
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Kundenservice

wurden die fairsten Versicherer ermittelt. Dabei sichern sich gleich acht Gebäudeversicherungen eine sehr gute Bewertung, wobei 29 Anbieter im Vergleich berücksichtigt wurden. Die Versicherungsgesellschaften, bei denen Kunden die besten Erfahrungen gemacht haben, sind:

  • Allianz
  • DEVK
  • Die Continentale
  • LVM
  • Provinzial Rheinland
  • VHV
  • Württembergische

Großer Preisunterschied zwischen den Gebäudeversicherungen

Auch das Magazin €uro am Sonntag hat 2016 verschiedene Wohngebäudeversicherungen geprüft. Die Tester hat am meisten verblüfft, wie hoch das Sparpotenzial für Hausbesitzer ist. Bis zu 40 Prozent können sie einsparen, wenn sie mehrere Angebote gegenüberstellen. Einbußen bei den Leistungen müssen Hausherren jedoch nicht hinnehmen. So ist die günstigste Gebäudeversicherung im Test leistungsstärker als die teuerste.

Das Magazin setzte bei seinem Vergleich eine Selbstbeteiligung zwischen 250 Euro und 500 Euro voraus. Zudem wurde darauf geachtet, dass grob fahrlässig verursachte Schäden abgedeckt sind. Zu den besten Gebäudeversicherungen zählen die Bayerische („Optimal Prestige Paket 3“), Domcura („EFH-Konzept Top“) und Dema („ImmoProtext Top“).

Tipp: Manche Anbieter neigen dazu, Kunden zu kündigen, wenn diese zu häufig ihre Versicherung in Anspruch nehmen. Es kann daher sinnvoll sein, kleinere Schäden nicht zu melden und die Reparaturkosten selbst zu übernehmen.

Optimale Wohngebäudeversicherung jetzt finden

Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und auch Naturgewalten wie Hochwasser können schwere Schäden am Haus verursachen. Nur selten haben Hausbesitzer das nötige Geld, um ihr Eigenheim wieder herzurichten. Hier bietet die Gebäudeversicherung unverzichtbaren Schutz. Denn sie zahlt für die Reparatur oder, wenn nötig, sogar für den Neubau.

Die verschiedenen Tests und Vergleiche helfen zwar, einen Überblick über empfehlenswerte Versicherungen zu erhalten. Doch Hausherren dürfen dabei nicht vergessen, dass die Kosten für die Gebäudeversicherung stark von der Lage und der Beschaffenheit ihres Hauses abhängen. So können andere Versicherer für die persönliche Absicherung eher infrage kommen als die Testsieger.

Entsprechend wichtig ist es, mit einem Vergleichsrechner mehrere Wohngebäudeversicherungen hinsichtlich ihres Preises und ihrer Leistungen gegenüberzustellen. So findet sich für das eigene Haus schnell und unkompliziert eine optimale Absicherung.